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Mein Umgang mit Haka

Meine erste Begegnung mit dem Haka

2007 habe ich den Haka kennengelernt, durch einen wirklichen Zufall, wie ihn das Leben schreibt. In dem Video, erzähle ich Dir von diesem wundervollen Zufall.

Was der Haka mir bedeutet

Ohne Übertreibung kann ich sagen: Der Haka hat mein Leben gerettet.

Der Haka hat mich in das Leben initiiert.

Ich habe im Haka eine Heimat gefunden.

Im Haka habe ich die Ermächtigung gefunden.

Ich bin den Maori für diese lebendige Tradition sehr dankbar.

Ich kann sagen, dass es seit 2007 wahrscheinlich nur eine Handvoll Tage gab, an denen ich nicht mit Haka beschäftigt war, innerlich und äusserlich.

Der Haka hat mich herausgefordert - ich habe mich herausgefordert und auf den Weg des Kriegers gemacht.

Ich geniesse die Herausforderungen des Lebens und die Kraft des Haka erinnert mich immer wieder an die mir innewohenende Kraft.

Den Haka zu tanzen, hat mir tiefe und persönlich verwandelnde Erfahrungen geschenkt.

Der Haka zeigte mir meine Berufung: die Kraft des Haka an Menschen weiterzugeben.

 

Danke.

Die Begegnung mit dem Ältesten Toroa Aperahama

Ich hatte mir lange einen Lehrer gewünscht für den Haka und die Kultur der Maori - das ursprüngliche Wissen und die Herkunft eines so beeindruckenden Rituals.

Ich schaute mich lange um, lernte auch verschiedene Maori kennen. Aber eine langfristige Verbindung ergab sich nie. Ich merkte bald, dass ich menschlich fair und respektvoll behandelt werden möchte, auh wenn ich Schüler bin. Diese Haltung bei potentiellen LehrerInnen fand ich nirgendswo.

Ein Teil dieser erfolglosen Suche brachte mich früh mit dem Thema von Kultur und Aneignung in Kontakt.

Ich verstehe mittlerweile den Schmerz und die Wut der Maori, wenn sie sehen, dass Nicht-Maori den Haka tanzen.

Ich suchte nach einem Menschen, der die Unterschiede und kollektiven Konflikte, die dieses Thema mit sich bringt, überwinden will und Verbundenheit schaffen will und im ganzen auch eine spirituelle Ebene betrachtet. Dazu gehörte für mich, auch als weisser, priviligierter Europäer, dass ich respektiert werde und fair behandelt werde.

Es dauerte einige Jahre bis auf Toroa stiess - Toroa Aperahama, Maori aus Te Kaha in der Bay of Plenty, Nordinsel von NZ.

Ich war sofort beeindruckt, als ich seine Antwort auf meine erste Mail an ihn bekam. Tränen flossen mir aus den Augen. Ich spürte eine Verbundenheit über die Grenzen der Hautfarbe, des Geschlechts oder anderer Unterschiede hinweg. Ich spürte, dass ich ihn gefunden hatte.

Toroa bezeichnet sich als einen "grumpy, old man". Ein grummeliger, alter Mann. Für mich ist er ein Freund geworden - mit einem grossen Herzen, fair, tolerant und sehr daran interessiert die Welt zu einem schöneren Ort zu machen.

Ich bin dankbar über die Verbinung und das Wissen, dass ich von Toroa erfahre.

Toroa hat eine Vision, wieso er hier nach Europa kam: seine Ahnen gaben ihm den Auftrag den "spear of love" in die Welt zu werfen.

Dazu unterrichet er unter anderem den Haka und will all denen, die den Haka lernen und lieben einen korrekten und traditionellen Weg zeigen mit dem Haka umzugehen und zu tanzen.

Zur Person Toroa Aperahama

Toroa Aperahama (63) ist ein angesehener Maori-Ältester (KAUMATUA) mit tiefer Verbindung zu seiner Kultur und seinen Ahnen. Nach alter Tradition wurde er als Erstgeborener von seinen Großeltern aufgezogen und in die Riten und Gebräuche eingewiesen. Besonders seine Grossmutter Te Wharehau unterrrichtete ihn um den spirituellen und physischen Weg gleichermassen zu gehen.

Er hat Zeit seines Lebens als KAIWHAKAIIRO (Meister der Schnitzkunst) mit Jade, Knochen und Holz gearbeitet und gelehrt.

Seine zahlreichen traditionellen wie auch zeitgenössischen Kunstwerke befinden sich meistens im Privatbesitz von Sammlern und Museen überall auf der Welt. Er arbeitet immer mit der Kraft seiner Ahnen (TUPUNA) und wandert sicher zwischen der physischen (TE TAHA TINANAH) und spirituellen (TE TAHA WAIRUA) Welt.

Toroa wurde zudem von seiner Großmutter Te Wharehau in die Kunst der traditionellen Maori-Heilweisen unterwiesen. Er ist ein erfahrener Heiler mit Stimme und Vibration. Durch Sprechen und Singen überliefert er Gebet und aktiviert heilsame Energien für seine Klienten weltweit.

Als erster Maori wurde auf das KIVA-Festival in die Niederlande eingeladen, um beim "Roots of the earth" mitzuwirken. Schliesslich zog er mit seiner Familie in die Niederlande, um sein Wissen über die Heilung der Erde zu teilen.

Toroa geht es um eine gesunde Umwelt/Natur, Vorbilder, Verbundenheit zwischen den Völkern und um die Jugend, damit diese Generation nicht zur "Lost Generation" wird.

Toroa teilt sein Wissen um den Haka, die motivierenden und heilenden Qualitäten stehen dabei im Vordergrund. Als GUARDIAN of TIKANGA achtet er auf die Vermittlung der Bedeutung und Heiligkeit des Haka für die Maori und damit den richtigen Umgang mit diesem kraftvollen Ritual.

Meine Arbeit mit dem Haka

Die Arbeit, die ich mit dem Haka mache, ist geprägt und inspiriert von Toroa Aperahama. Ich respektiere die Kultur und Tradition der Maori. Für mich ist der Haka kein bloßes Werkzeug - er ist viel mehr. Ritual, Zeremonie, Verbindung, Kraft, Feuer, Erdung...

Ich anerkenne, dass es wichtig ist, dass der Haka erlernt werden muss mit Anleitung und Hilfe aus der Tradition und Kultur der Maori. Unter der Leitung eines kundigen Maori lernst Du den Umgang mit dem Haka.

Der Haka ist ein heiliger Raum und ein heiliges Gut. Es ist zu schützen und auch darum geht es mir.

Allein die Verwendung des Begriffs Haka ist schon schwierig: in Zukunft wird es sich unumgänglich zeigen, dass wir im Westen einen eigenen Begriff dafür finden. Zum Beispiel Krafttanz oder Drachentanz, power dance, warrior´s dance sind Alternativen.

Wenn sich "Einweihung", solides Wissen und Hintergrund sowie eine gute Intention vereinen, entsteht ein Haka daraus.

 

Siehe auch